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Museum Sign Language Guide im Schloß Schönbrunn

Museum Sign Language Guide

Museum Sign Language Guide

Die Schloß Schönbrunn Kultur- und Betriebsges.m.b.H. hat  sich im Rahmen des Projekts „Museum Sign Language Guide“ an der Entwicklung eines qualitativ hochwertigen Führungssystems für gehörlose und hörbeeinträchtige BesucherInnen beteiligt. Dabei werden Hintergrundinformationen in Form von eigens produzierten Gebärdensprachvideos bereitgestellt. Nach mehrmonatigem Testbetrieb und laufender Optimierung steht der „Museum Sign Language Guide“ nun als ständiges Service zur Verfügung und stellt einen weiteren wichtigen Schritt  zum Abbau von Zugangsbarrieren im Museumsbereich dar.

Gehörlose Menschen sind täglich mit erheblichen Zugangsbarrieren zu Informationen konfrontiert. Angebote in ihrer Erstsprache, der Gebärdensprache, gibt es kaum. Häufig werden Texte angeboten, diese sind aber zur Informationsvermittlung ungeeignet. Das liegt daran, dass die erlernte Gebärdensprache einer völlig eigenständigen Grammatik folgt, die schriftlich nicht abgebildet werden kann. Schriftsprache ist daher für gehörlose Menschen auch nur schwer verständlich.

Im Museums- und Ausstellungsbereich hat sich das Bereitstellen von Gebärdensprachvideos, die auf geeigneten Multimediageräten abgespielt werden können, als beste Lösung herauskristallisiert. Die besondere Herausforderung bei der Entwicklung und Implementierung eines solchen Führungssystems liegt in der inhaltlichen Genauigkeit und sprachlichen Qualität der Videos.

Schloß Schönbrunn hat sich daher mit GebärdensprachexpertInnen der equalizent Schulungs- und BeratungsgesmbH zusammengetan und ein optimiertes Führungssystem erarbeitet. „Wesentliches Element bei der Entwicklung war es, die Verständlichkeit der Videos genau abzutesten“, so Petra Plicka, Mitarbeiterin von equalizent und Projektbeteiligte. Die Gebärdensprachvideos haben den Anspruch, sich an den neuesten Erkenntnissen zur Gebärdensprache zu orientieren. „Über eine mehrmonatige Testphase wurden daher Rückmeldungen von Native Speakern – also Menschen, deren Erstsprache die Gebärdensprache ist – eingeholt und eingearbeitet und damit eine umfassende Qualitätskontrolle gewährleistet“, so Plicka weiter.

Zudem stellten in Schloß Schönbrunn die Größe des Schlosses und damit des Führungsbereichs sowie die Internationalität des Publikums weitere spezifische Anforderungen bei der Umsetzung dar. Der „Museum Sign Language Guide“, der sich ab sofort in ständigem Einsatz befindet, bietet beispielsweise die Wahlmöglichkeit zwischen der Imperial-Tour mit 22 Räumen und der Grand Tour mit 40 Räumen. In Hinblick auf die Internationalität der Gäste werden neben Videos in österreichischer Gebärdensprache erstmals auch Videos in International Sign – einer internationalen Gebärdensprache – bereitgestellt. Als derzeit optimale technische Lösung wird als Abspielgerät der Apple iPod touch© verwendet. Die technische Umsetzung und Software-Programmierung ist durch die NOUS Wissensmanagement GmbH erfolgt.

Mit der Implementierung des „Museum Sign Language Guide“ als ständiges Serviceangebot ist Schloß Schönbrunn eine der wenigen Kulturinstitutionen Österreichs, die über ein entsprechendes Führungssystem verfügt. Hinsichtlich Hochwertigkeit der Videos und dem Sprachangebot in International Sign sind die Guides bislang einzigartig. „Mit dem Pilotprojekt bemühen wir uns nicht nur um den möglichst uneingeschränkten Zugang zu den von uns verwalteten Kulturgütern, sondern liefern auch wichtige Grundlagen für die weitere Verbreitung von hochwertigen Gebärdensprachen-Guides auf nationaler und europäischer Ebene“, erläutert Schönbrunn-Geschäftsführer Franz Sattlecker.

An dem im Rahmen des EU-Förderprogramms „Grundtvig“, des europäischen Bildungsprogramms für Erwachsenenbildung, durchgeführten Projekt haben sich als weitere Museen das Museum of Recent History (Celje/Slowenien) und die Veste Coburg (Deutschland) beteiligt.

Für Schloß Schönbrunn stellt der „Museum Sign Language Guide“ eine wichtige Ergänzung zu den bereits bestehenden Angeboten zum Abbau von Zugangsbarrieren – wie Spezialführungen für blinde und sehbehinderte BesucherInnen oder der barrierefreie Rollstuhlzugang zu den Schauräumen – dar.

Als ergänzende Maßnahmen wurden die Schauraum-MitarbeiterInnen spezifisch geschult und in die Gebärdensprache eingeführt. Auch auf der Website sind die wesentlichen Informationen in Form eines Gebärdensprachvideos zugänglich.

Die Nutzung des „Museum Sign Language Guide“ ist kostenlos. Es gelten die normalen bzw. ermäßigten Eintrittspreise.

Weitere Informationen zum Sign Language Guide (in ÖGS/IS).

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