Teil 4: Joseph II., Der Thronfolger, der net mog

Joseph mit 2 Jahren, gemalt von Martin van Meytens / © SKB
Am 13. März 1741 brachte Marie Theresia den lang ersehnten Thronerben zur Welt. Noch am selben Tag wurde er auf den Namen Josephus Benedictus Augustus Johannes Antonius Michael Adamus getauft.
I mog net
Der hübsche Knabe wurde sehr verwöhnt. Maria Thersia tolerierte viele Fehler ihres Sohnes. Um ihn nicht, wie damals üblich, schlagen zu müssen, verfiel man sogar auf eine List. Joseph wollte mit seinen 4 Jahren nämlich nur essen, was ihm schmeckte. Zu allem anderen sagte er I mog net! Also versteckte sich ein alter Offizier unter dem Tisch und sagte, als der kleine Kronprinz die Nahrung verweigerte: Wirst du essen! Joseph erschrak, weil er glaubte, eine Stimme aus dem Himmel zu hören, und aß nun endlich alles.
Viele Diener für den Prinzen
Dass Joseph bereits als Kind Regimentsinhaber war, stärkte sein Selbstbewusstsein. Füh wurde er sich seiner Rolle als künftiger Herrscher bewusst, wollte befehlen, nciht gehorchen. Als Josephs Erzieher suchte Maria Theresia den Grafen Batthyány aus. Zusätzlich erhielt Joseph vier Kammerdiener, einen Kammerjungen und einen Unterkammerjungen, zwei Köche, einen Sommelier und einen Untersommelier sowie zwei Türhüter.
Leutscheu und im Rampenlicht
Joseph wurde sehr bald an das Auftreten in der Öffentlichkeit gewöhnt. Sein Geburts- und Namenstag wurden in Gala gefeiert. Auch bei Tänzen und Theaterstücken musste der Kronprinz auftreten. Bereits als Siebenjähriger eröffnete er einen Ball gemeinsam mit seiner Tante. Dabei warJoseph doch eigentlich – wie Fürst Khevenhüller behauptete – leutscheu. Jedenfalls sprach er undeutlich. Seine Mutter bemängelte, dass er ganze Wörter verschluckte und durch die Nase sprach.
Fortsetzung folgt
Neben den Repräsentationspflichten, Theaterauftritten und Tänzen durfte der Thronfolger seine wichtigste Verpflichtung nicht vernachlässigen: das Lernen für den künftigen Herrscherberuf. Wie es ihm damit erging, verraten wir beim nächsten Mal.