Teil 5: Joseph II. (Fortsetzung), Ein Thronfolger mit “Schulstress”
Auch oder gerade ein Kronprinz muss viel lernen – nicht in der Schule, sondern mit Privatlehrern. In den ersten Jahren war Joseph Weger für den Kronprinzenunterricht verantwortlich. Als er im Julli 1751 starb, setzte Marie Theresia den Staatsskretär Johann Christoph Bartenstein als Studienleiter ein. Er besasß umassende Kenntnisse und eine enorme Arbeitskraft, also gute Voraussetzungen, die Ausbildung des zukünftigen Monarchen zu leiten.
Die große Prüfung
Unter Bartensteins Vorsitz wurde eine Konferenz einberufen, bei der überprüft werden sollte, was der zehnjährige Kronprinz bereits gelernt hatte. Diese Bestandsaufnahme von Josephs bisherigem Unterricht zeigt, dass viele Eigenschaften, die den späteren Kaiser kennzeichneten, bereit beim zehnjährigen Thronfolger vorhanden waren. So behagte es Joseph II. nicht, viel Wissensstoff aus vergangenen Zeiten aufzunehmen. Den naturwissenschaftlichen Fächern Mathematik, Geografie und Kriegswissenschaft folgte er dagegen mit Interesse, was sicher auch mit seiner Vorliebe für das Militär zu tun hatte.
Der “Schultag”
Der “Schultag” des zehnjährigen Kronprinzen begann bereits um 6.45 Uhr und endete um 21.45 Uhr – und zwar von Montag bis Sonntag. Ausgenommen waren nur Feiertage und Festtage. Bei Lernfualheit hatte Joseph keine Prügel zu erwarten. Um ihn trotzdem zu größerem Eifer anzuspornen, gesellt mn ihm den jungen Grafen Otto von Schrattenbach als Studiengefährten bei. Zunächst mit Erfolg. Eines Tages jedoch versagte Joseph, sein Studiengefährte war besser als er, was, wie Fürst Khevenhüller feststellte, beschämend für den Kronprinzen war.
Fortsetzung folgt
Mit der Volljährigkeit am 13. März 1759 war der Unterricht abgeshlossen. Nun wurde der Throfolger in die PRaxis der Regierungsgeschäfte eingeführt. Wie es ihm dabei erging, verraten wir beim nächten Mal.