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Alles über die Residenzen der Habsburger

 
 

Welt der Habsburger

Online-Museum zu Sisi & Co: Auf den Spuren des europäischen Herrscherhauses Habsburg

www.habsburger.net vermittelt 640 Jahre Wirtschafts-, Sozial- und Kulturgeschichte mit rund 1.400 bislang teils unzugänglichen Exponaten.

Famileinportrait

Wie keine andere Dynastie lenkten die Habsburger die Geschicke Europas. Ein Geschlecht illustrer Persönlichkeiten regierte im Lauf von Jahrhunderten über ein Reich, das sich über weite Teile Europas erstreckte. Maximilian I., der mit seiner Heiratspolitik den Grundstock für das Weltreich der Habsburger legte, zählte ebenso zu ihnen wie der römisch-deutsche Kaiser Karl V. – einer der mächtigsten europäischen Herrscher der Geschichte – oder die tragische Kaiserin Elisabeth. Als wohl populärste Habsburgerin ist sie längst zur internationalen Kultfigur geworden.

Das imperiale Erbe der Habsburger lockt heute jährlich Millionen von Touristen in die ehemalige Residenzhauptstadt Wien. An den bedeutenden historischen Schauplätzen Schloß Schönbrunn sowie Kaiserappartements und Sisi Museum in der Hofburg kann Geschichte in den ehemaligen Wohnumgebungen der Habsburger hautnah erlebt werden. Die Schloß Schönbrunn Kultur- und BetriebsgesmbH als Betreiber dieser Tourismusmagneten macht es nun über ein Online-Museum möglich, auch ortsunabhängig auf den Spuren der Habsburger zu wandeln und über sechs Jahrhunderte von habsburgischer Regentschaft geprägte europäische Wirtschafts-, Kultur- und Sozialgeschichte nachzuvollziehen.

Auf www.habsburger.net werden Mythos und Wahrheit zu Leben und Wirken der bedeutendsten Herrscherpersönlichkeiten genau unter die Lupe genommen. Wer war die in den legendären Sisi-Filmen als allseits umjubelt dargestellte Kaiserin Elisabeth wirklich? Wie wurde die Auflehnung der Monarchin gegen die Zwänge des Hofes zu ihren Lebzeiten wahrgenommen? Wie kam eine Kaiserin, die rauchte, ein Tattoo trug und aufgrund ihrer exzentrischen Ernährungsgewohnheiten auf Reisen zahlreiche Ziegen und Schafe mit sich führte, an? In 570 Kapiteln und mit rund 1.400 bislang teils unzugänglichen Bilddokumenten werden zum einen die Lebensläufe und Schicksale der Habsburger kritisch beleuchtet, zum anderen aber vor allem auch zeitgeschichtliche Hintergründe erklärt.

Über eine Zeitleiste kann man direkt in die Lebenszeiten einzelner Habsburger eintauchen. Im Falle der vielfach missverstandenen Kaiserin Elisabeth erschließt sich dann zum Beispiel, welches Image rauchende Frauen damals hatten. Sie galten als dubios bis gefährlich, nicht zuletzt weil sie sich mit dem Rauchen „Rechte der Männer aneigneten“ – wie es in einem Modejournal von 1843 heißt. Manche Frauen rauchten gerade, weil sie gegen die ungleiche gesellschaftliche Stellung rebellierten. Auch andere zeitgeschichtliche Phänomene wie das Aufkommen der großen Warenhäuser, die viel Aufsehen erregten, oder einschneidende Ereignisse wie der folgenschwere Krach der Wiener Börse von 1873 sind auf der Zeitleiste verortet.

„Unser Ziel ist eine authentische Vermittlung der habsburgischen Lebens- und Wirkungswelten. Dazu gehört es auch, Personen und Schauplätze der Geschichte in den konkreten gesellschaftlichen Kontext ihrer Zeit zu stellen. Gerade dazu leistet das neue Online-Angebot einen wichtigen Beitrag“, erläutert Franz Sattlecker, Geschäftsführer der Schloß Schönbrunn Kultur- und BetriebsgesmbH.

Über eine Europakarte kann die Welt der Habsburger auch außerhalb der Grenzen des heutigen Österreich erkundet werden. Per Mausklick eröffnet sich die Geschichte verschiedenster europäischer Länder von Spanien über Italien bis Ungarn unter habsburgischer Regentschaft und lässt sich aus verschiedenen Perspektiven betrachten.

Die „Welt der Habsburger“ unter www.habsburger.net ist in deutscher und englischer Sprache abrufbar. Das Angebot eignet sich nicht nur als Vorgeschmack auf einen Wien-Besuch, sondern ist aufgrund der zahlreichen Originaldokumente gerade auch für HistorikerInnen und SchülerInnen interessant. Die Inhalte wurden von einem HistorikerInnen-Team der Universität Wien unter der Leitung von Franz X. Eder und Karl Vocelka erstellt, Bilder und Dokumente wurden unter anderem vom Kunsthistorischen Museum, dem Technischen Museum, dem Wien Museum, dem Österreichischen Staatsarchiv und der Bundesmobilienverwaltung zur Verfügung gestellt. Insgesamt war ein Team von 20 Personen über zwei Jahre lang mit der Umsetzung befasst. Das Projekt mit Gesamtkosten von 600.000 Euro wurde zur Gänze aus eigenen Mitteln der Schloß Schönbrunn Kultur- und BetriebsgesmbH finanziert.

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